Facebook ist nicht MySpace – Profil-Spam
06. August 2010
Manchmal ist es auch wirklich kompliziert bei Facebook: Profile, Seiten, Gruppen und nun diese neuen Community Pages. Nutzt man Facebook fürs Marketing zum ersten Mal und hat zudem noch kein eigenes Profil dort, macht man instinktiv das, was man früher bei StudiVZ oder MySpace gemacht hat: Man nutzt die Felder Vorname und Nachname für die eigene Marke und los geht’s! Später merkt man dann, dass man etwas falsch gemacht hat. Fürs Marketing gibt es nämlich die sog. Seiten – und jetzt muss man die ganze Arbeit noch mal machen.
Soweit, so gut. Problematisch wird es dann, wenn die Profile von den “Marketing-Profis” absichtlich für einen schnellen Reichweitenaufbau genutzt werden. Die Profile haben nämlich einen Riesenvorteil: Sie erlauben eine direkte Ansprache anderer Profile: Man kann zur Freundschaft einladen, Postings auf die Wallboard setzen, E-Mails schreiben, zu Veranstaltungen einladen und so weiter. Logisch, sind die Profile doch realen Personen vorbehalten. Im Marketing ist ein solches Vorgehen allerdings so sexy wie eine Postwurfsendung.
Spam (Foto: Thomas Max Müller / pixelio.de)
Dennoch agieren viele Marken so, es wird gespammt wir blöd – und wenn das 5.000-Freunde-Limit erreicht ist, das es gottseidank gibt, wird dazu aufgerufen, zur neu erstellten Seite zu wechseln.
Bei Seiten ist all dies nicht möglich. Dafür gibt es zwei Gründe. 1. Spam vermeiden, um die Seiten attraktiv zu halten und nicht irgendwann wie MySpace zu enden. 2. Die Viralität von Facebook nutzbar zu machen. Nicht ohne Grund ist bei Facebook eine direkte Kommunikation nur unter Freunden möglich. Freunde erzählen sich Dinge, empfehlen Produkte, kritisieren Filme, zeigen sich ihre Neuanschaffungen, laden zu Partys ein und und und. Seiten unterstützen diese Aktivitäten durch die sog. Likes.
Deshalb unser Tipp an alle Profil-Spammer: Lasst es sein, in eurem eigenen Interesse – und zwar aus folgenden Gründen:
- Ihr geht den Leuten auf die Nerven und beschädigt euer Image.
- Ihr schafft zwar einen schnellen Reichweitenaufbau, dieser ist aber nicht viral und daher nicht von Dauer und muss immer neu angeheizt werden. Ihr verpasst die Chance eines langfristig wirksamen Reichweitenaufbaus, der durch Netzwerkeffekte irgendwann auch ganz schnell explodieren kann, wenn die kritische Masse erreicht wird.
- Durch sinnloses Freunde-Sammeln vertrödelt ihr Zeit, die ihr längst in einen sinnvollen Reichweitenaufbau hättet investieren können.
Facebook verbietet übrigens die Nutzung der Profile unter Nicknames oder gar unter Markennamen und behält sich die Löschung der Profile vor – kommt bei der schieren Masse aber natürlich mit der Prüfung nicht hinterher.




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